Der Arbeitgeber hat bei beendigung des Arbeitsverhältnisses die geltende Kündigungsfrist einzuhalten. Die grundlegende Kündigungsfrist beträgt vier Wochen, die vom 15. oder letzten Tag eines Kalendermonats zurückgezählt werden. Diese Kündigungsfrist erhöht sich je nach Dienstalter des Mitarbeiters. Der Arbeitsvertrag kann längere Kündigungsfristen vorsehen. Tarifverträge können kürzere Kündigungsfristen vorsehen. Die meisten Sozialpartnerorganisationen bevorzugen ein Mittel zur Modernisierung der Tarifverhandlungen auf Branchenebene, das dem Weg der “regulierten Dezentralisierung” folgt. Die Anwendung von “Öffnungsklauseln” und anderen Bestimmungen zur Differenzierung in Branchentarifverträgen ist zum prominentesten Instrument dieser Art geworden. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Wirtschaft und Sozialwissenschaften (WSI), das 40 Haupttarifbereiche in Deutschland abdeckt, wurden in den letzten Jahren immer mehr Öffnungsklauseln (“Deregulierung, Differenzierung und Dezentralisierung des Flächentarifes”) abgeschlossen. Eine Bestandsaufnahme neuer Entwicklungstendenzen in der Tarifpolitik”, Reinhard Bispinck, in: WSI-Mitteilungen Nr. 8 (1997)). Als Folge dieser Entwicklungen ist es unter den Tarifparteien weithin anerkannt, dass die deutschen Tarifverhandlungen einige wichtige Reformen erfordern, um das System flexibler zu gestalten und differenziertere Lösungen zu ermöglichen, die den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Unternehmen entsprechen. Bisher hat sich jedoch nur eine Minderheit der Arbeitgeber um eine radikale Verlagerung der Tarifverhandlungen auf die Unternehmensebene bemüht.

Im Gegenteil, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und sogar die Mehrheit der einzelnen Arbeitgeber wollen weiterhin am Grundsatz der Tarifverhandlungen auf Branchenebene festhalten, aber ihren Anwendungsbereich einschränken und gleichzeitig mehr Raum für (zusätzliche) Betriebsverhandlungen lassen. Einige Gesetze und Verordnungen schränken diese Arbeitsrechte ein. Während es den Beamten freisteht, Gewerkschaften zu gründen oder ihnen beizutreten, werden ihre Löhne und Arbeitsbedingungen durch Gesetze und nicht durch Tarifverhandlungen bestimmt. Allen Beamten (einschließlich einiger Lehrer, Postangestellter, Eisenbahner und Polizisten) und Angehörigen der Streitkräfte ist es verboten, zu streiken. Im Juni bestätigte das Bundesverfassungsgericht das Streikverbot für Beamte und lehnte einen Antrag von vier Lehrern ab, die streikerlaubnissen wollten. Das Gericht stellte auch fest, dass das Verbot mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar ist. Bei schwerer Verletzung des Arbeitsvertrages kann der Arbeitgeber eine Kündigung vornehmen und die Beschäftigung mit sofortiger Wirkung beenden. Diese Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen zugestellt werden, wenn der Arbeitgeber Kenntnis von den zugrunde liegenden Tatsachen erlangt hat, die die Kündigung verursacht haben. In der Regel ist die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch einen Kündigungsvertrag wirtschaftlich am sinnvollsten.

In vielen Fällen wird eine gegenseitige Vereinbarung getroffen, das Arbeitsverhältnis mit einem Kündigungsvertrag oder einer gerichtlichen Einigung zu beenden. Kündigungsverträge müssen in schriftlicher Form abgeschlossen sein. Das bedeutet, dass beide Parteien das Abkommen selbst unterzeichnen müssen. Um Fehler zu vermeiden, die oft sehr kostspielig sein können, sollte ein Anwalt eingeschaltet werden, bevor ein Kündigungsvertrag geschlossen wird. Die Verfassung, die Bundesgesetze und die staatlichen Vorschriften sehen das Recht der Arbeitnehmer vor, unabhängige Gewerkschaften zu gründen und sich ihnen anzuschließen, kollektiv zu verhandeln und gesetzliche Streiks durchzuführen. Wildcat-Streiks sind nicht erlaubt. Das Gesetz verbietet gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung und bietet Rechtsbehelfe, um Schadenersatz zu verlangen, einschließlich der Wiedereinstellung von unrechtmäßig entlassenen Arbeitnehmern.