Die Dichte der Union im Einzelhandel und in der gesamten Wirtschaft In anderen Ländern wie Österreich, Finnland, Deutschland, Italien, Norwegen und Spanien ist die Deregulierung viel aktueller und in vielen Fällen weiterhin umstritten – siehe Tabelle 10 unten. Das allgemeine Bild ist die Verlängerung der Öffnungszeiten an Wochentagen (einschließlich Samstagen) unter Beibehaltung einiger Beschränkungen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen (wenn auch mit großzügigen Ausnahmen in bestimmten Ländern). In einigen Fällen haben sich die Gewerkschaften entschieden gegen eine solche Deregulierung ausgesprochen und dort, wo sie stattgefunden hat, versucht, ihre Anwendung durch Tarifverhandlungen so weit wie möglich einzuschränken. Dennoch scheint die Handlungsfähigkeit der Gewerkschaften in diesem Bereich recht begrenzt zu sein, und die Tarifverhandlungen betreffen hauptsächlich die Aushandlung von Ausgleichszahlungen für unsoziale Arbeitszeiten (in der Regel in Form von Lohn oder im Falle Deutschlands bei einer Auszeit). Die bemerkenswerteste Ausnahme bildet Slowenien, wo die Deregulierung der Sonntagsarbeit von den Gewerkschaften heftig angefochten und 2003 in einem von der Gewerkschaft initiierten nationalen Referendum abgelehnt wurde. In vielen Ländern wurden in den letzten Jahren spezifische Vorschriften für ladende Öffnungszeiten überarbeitet oder werden derzeit geändert, um die Öffnungszeiten zu verlängern und die Zahl der Sonn- oder Feiertage zu erhöhen, an denen Geschäfte geöffnet werden können. Dieser Prozess der Deregulierung und Ausweitung der Öffnungszeiten hat sehr direkte Auswirkungen auf die Beschäftigungsbedingungen in diesem Sektor und ist in vielen Ländern zu einem wichtigen Thema in den Arbeitsbeziehungen geworden. Generell sind die Gewerkschaften gegen diese Veränderungen, wenn man bedenkt, dass sie nicht wirklich höhere Umsätze, sondern nur eine Veränderung der Konsummuster beinhalten, während sie eine deutliche Verschlechterung der Beschäftigungsbedingungen implizieren. Die Debatte über die Ladenöffnungszeiten steht auch im Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen, die im Einzelhandel stattfinden: Die stärksten Befürworter der Deregulierung sind die großen Einzelhändler, während die kleinen unabhängigen Verkaufsstellen oft dagegen sind, wenn man bedenkt, dass sie ihnen schaden werden.

Der europäische soziale Dialog im Einzelhandel ist teils im größeren Bereich des Handels, zu dem auch der Kraftfahrzeughandel und der Großhandel gehören. Sie stammt aus der Mitte der 80er Jahre (EU9807115F) und findet derzeit im Rahmen eines von der Europäischen Kommission anerkannten Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog statt. Die Sozialpartner auf europäischer Ebene sind EuroCommerce auf Arbeitgeberseite und UNI-Europa Commerce (die regionale Handelsabteilung von Union Network International) auf der Gewerkschaftsseite. In den westeuropäischen Ländern sind die meisten der in Tabelle 8 genannten Arbeitgeberorganisationen im Einzelhandel Vollmitglieder von EuroCommerce, während die Arbeitgeberorganisationen in den mittel- und osteuropäischen Ländern derzeit noch als “verbundene” Mitglieder aufgeführt sind. Im allgemeinen sind die meisten westeuropäischen Einzelhandelsgewerkschaften, die in Tabelle 7 aufgeführt sind, dem UNI-Europa-Handel angeschlossen, während noch Verbindungen zu einigen von denen in Mittel- und Osteuropa aufgebaut werden. Traditionell war der Einzelhandel ein Sektor mit niedrigen Löhnen, und angesichts der jüngsten Daten scheint er so zu bleiben.