Bei der Debranching von A-LDs von Amylose mit Isoamylase ohne anschließende Pullulanase-Verdauung gab es weniger DP 2 als DP 3-Ketten (Abbildung 1B; siehe Zusätzliche Datei 4 online). Für die V-LD aus Amylopectin sind alle DP 3- und einige der DP 2-Ketten bekannt, die durch Isoamylase entzweigt werden [40]. Unsere Ergebnisse von `-LD von Amylose für beide Genotypen deuten jedoch darauf hin, dass auch einige DP 3-Ketten nicht durch Isoamylase entzweigt werden. Vergleicht man sbe1a mit Wt, werden mehr von DP 2- und DP 3-Ketten nicht durch Isoamylase in der `-LD von sbe1a amylose entzweigt (Abbildung 1B). Da die Strukturen, die der Isoamylase-Deaktivierung entgehen, eng miteinander verbundene Verzweigungen aufweisen können und diese Strukturen durch Pullulanase [40] entzweigt werden können, deutet eine größere Zunahme sowohl von DP 2 als auch von DP 3 durch nachfolgende Pullulanase-Behandlung darauf hin, dass ein höherer Anteil dieser Strukturen gegen Isoamylase in Amylose aus Sbe1a resistent ist. Amylose Verzweigungsmustermodelle werden in Abbildung 5B dargestellt, um den Unterschied in der Isoamylase-Wirkung zu berücksichtigen. Im Modell für sbe1a werden A-Ketten bevorzugt durch nebeneinander nahe stehende Astpunkte angebracht, während in Wt A-Ketten dies nicht der Fall sind, was zu einer weniger behinderten Isoamylase-Entzweigung führt. Da Endospermstärke aus dem sbe1a Mutant eine geringere Anfälligkeit für Pankreas-Amylase hat, vermuteten wir, dass die sbe1a Endospermstärke während der Kernkeimung weniger leicht genutzt werden könnte. Zur Untersuchung der Wirkung von sbe1a auf die Kernkeimung wurden Stärkenutzung und koleoptiles Wachstum während der Keimung von Wt- und sbe1a-mutierten Kernen untersucht. Das Verdauungsmuster war bei den drei biologischen Replikationen für jeden Genotyp ähnlich (Daten wurden nicht angezeigt). Zur grafischen Darstellung des Verdauungszeitverlaufs sind in Abbildung 2 Kurven für eine biologische Replikation für jeden Genotyp dargestellt. Die Kinetik der Verdauung wurde mit einem Fünf-Parameter-Modell des doppelexponentiellen Zerfalls analysiert (siehe “Materialien und Methoden”), und die berechneten Parameter sind in Tabelle 1 dargestellt. Eine höhere y 0 (die mit dem Modell ermittelte Verdauungsgrenze) wurde in sbe1a gefunden als bei Wt (Tabelle 1), die mit der höheren Verdauungsgrenze übereinstimmt, die durch den RS-Wert für diesen Genotyp angegeben wird.

Zwei mikroskopische Techniken, Die Rasterelektronenmikroskopie (SEM) und die Lichtmikroskopie (LM), wurden eingesetzt, um die körnige Struktur vor und nach der RS-Verdauung durch die Bauchspeicheldrüsen-Amylase zu beobachten. Native Stärkegranulate von Wt und sbe1a erscheinen in Größe, Form, Birefreringenz grad und Morphologie ähnlich, wie in einem früheren Bericht für Wx- und Sbe1a-Wx-Granulat [47] beschrieben. Polarisierte Lichtmikroskopie (siehe Zusatzdatei 5 online) zeigt, dass fast alle verdauten Wtulules ihre Birefreringität verloren hatten, während für sbe1a viele verdautes Granulat eine gewisse Birefreringität im peripheren Bereich des Granulats beibehalten hatten, was darauf hindeutet, dass das Zentrum des verdauten Sbe1a-Granulats entweder verschwunden oder nicht mehr kristallin genug ist, um Birefringen zu zeigen.